Noëlla Rouget - Mitkämpferin der Resistance gegen das Naziregime, Inhaftierte und Überlebende des KZ Ravensbrück berichtet über ihr Leben vor Schülern - eine Zeitzeugin und Mahnerin in der Deutschen Schule Genf
Am 20.06.2012 fand eine denkwürdige Veranstaltung in der Aula der Deutschen Schule Genf statt. Frau Noëlla Rouget , eine mittlerweile 92-jährige Genferin, berichtete den Schülern der Klassen 8 bis 11 über ihren Kampf bei der Resistance, den Leidensweg in die Gefangenschaft, die perversen Zustände im Frauen-KZ Ravensbrück und die Befreiung des Lagers durch die Russen im April 1945. Ein nicht hoch genug zu würdigender Einsatz der alten Dame, die für die Schüler erstaunliche Worte fand.
Eine merkwürdige Ruhe in der Aula der DSG, die eindringlichen Worte von Madame Rouget, Schüler, die das Erzählte kaum fassen konnten. Wie kann man auch gedanklich die Perversität nachvollziehen, dass ein KZ ausschließlich für Frauen und Kinder errichtet wird? Dass in diesem Lager 850 neugeborene Kinder „verschwanden“, dass Menschen wir Tiere behandelt werden , willkürlich Erschießungen stattfanden, die Gaskammer gezielt zur Tötung eingesetzt wurde, die Krematorien in Dauerbetrieb waren - und man dies mit unglaublichem Glück überleben konnte? Die Forschung geht gegenwärtig von mindestens 25.000 und höchstens 40.000 Opfern aus; Veröffentlichungen aus dem Jahr 2008 nennen 28.000. In dieser Zahl sind die nicht dokumentierten Opfer der Todesmärsche nicht inbegriffen.
Am beeindruckensten für die Schüler waren sicherlich die persönlichen Schilderungen von Madame Rouget, die Beschreibung des Bunkers, in dem die Nichte von Charles de Gaulle, Genevieve de Gaulle, gefangen gehalten wurde, die Paradoxie, dass mitten in der Hölle von Ravensbrück in den Einfamilienhäusern der SS „normales Familienleben“ stattfand, die Beschreibung der unmenschlichen Experimente, mit denen sich sogenannte Ärzte an den Gefangenen vergingen.
Nach der Veranstaltung in der DS Genf meinte Frau Rouget, es sei bei dieser Thematik völlig normal, dass kaum Fragen gestellt werden, so ergehe es ihr an vielen Schulen. Der Rückblick, - ihre Lebensaufgabe – nachfolgenden Generationen von ihrem Leben zu berichten, diese grausamen Details, diese menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus, - zu mahnen und zu erinnern, dies gelang Frau Rouget eindrucksvoll und es bleibt nur zu sagen:
Herzlichen Dank!
U.Brandt DS Genf




