Politikabend: Frauen. Städte. Zukunft.



Wenn Freiheit fehlt und Hilfe möglich wird – Zwei Perspektiven globaler Politik
Zwei Expertinnen berichten aus Afghanistan und internationaler Gesundheitsarbeit

Ein beeindruckender Politikabend fand am 10.03. in der Aula der DSG statt. Unsere Referentinnen, Frau van Haren* und Frau Stephanie Loose**, beide altruistisch und mit großem persönlichem Engagement „im Feld“ tätig, berichteten eindrucksvoll von den Herausforderungen, denen man begegnet, wenn man Frauen und Mädchen in Afrika oder Afghanistan unterstützen möchte.

Die Vorträge waren sehr bewegend. Die anschließende Fragerunde wirkte teilweise noch erschütternder, da deutlich wurde, welche wenigen Perspektiven junge Frauen unter der Herrschaft der Taliban haben und mit welchen Problemen schwangere Mädchen in Ländern wie Tansania, Kenia oder dem Kongo konfrontiert sind.

Mit unterschiedlichem Ansatz beleuchteten beide Referentinnen die Thematik der Frauenrechte auf eindrucksvolle Weise – passend zum Zeitpunkt unmittelbar nach der Eröffnungsrede von UN-Generalsekretär Guterres zur 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission.

*Laetitia van Haren –  Erfinderin und Koordinatorin des JamboMama-Projekts sowie Gründerin und Präsidentin der Organisation SAHFA (Smart Access to Health For All), unter der das Programm läuft. JamboMama ist ein Projekt/Programm, das vor allem darauf abzielt, schwangere Frauen und Mütter in abgelegenen, ländlichen und unterversorgten Regionen zu unterstützen – insbesondere in Entwicklungsländern wie Tansania. Der Name JamboMama bedeutet auf Swahili so viel wie „Hallo Mama“ – und die Initiative richtet sich genau an diese Mütter.

JamboMama ist ursprünglich als Smartphone-App entwickelt worden, die Frauen – auch in abgelegenen Dörfern – dabei hilft, eine bessere Verbindung zu medizinischer Betreuung während Schwangerschaft, Geburt und der ersten Tage danach aufzubauen.
Infos zum Projekt > HIER 

** Stephanie Loose: UN-Habitat: Mandat „Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten“, derzeit Kabul:
Seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 leiden besonders die Frauen und Mädchen. Letztere dürfen nur die „Grundschule“ besuchen (bis 12 Jahre). Für Frauen gilt ein Aufenthaltsverbot in Parks und auf öffentlichen Plätzen; sie haben keine Arbeitserlaubnis, es gibt nicht genug Ärztinnen, wenn sie krank sind. Hinzu kommt, dass in den letzten zwei Jahren (seit September 2023) mehr als 4 Millionen Menschen aus den Nachbarländern Pakistan und Iran nach Afghanistan abgeschoben wurden – oft nur mit dem, was sie tragen können. Ein Bevölkerungswachstum von mehr als 10 % in so kurzer Zeit wäre für jedes Land schwer zu schultern – und für ein Land wie Afghanistan und für die Menschen ist es oft eine Tragödie (viele Jugendliche haben in ihrem Leben noch nie in Afghanistan gelebt).

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