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Lesung mit Marion Poschmann, 25.11.19

Am Montag, dem 25.11.2019 findet um 19.30 Uhr in der Aula der DSG eine Lesung mit Marion Poschmann – in Zusammenarbeit mit der Société Genevoise – statt.

Die Autorin wird aus ihren eigenen Werken lesen.

Der Roman Die Kieferninseln (2017, Spiegel-Bestseller), führt seinen Protagonisten Gilbert Silvester, Privatdozent und Bartforscher im Rahmen eines universitären Drittmittelprojekts, nach Japan. Er hat nämlich geträumt, dass seine Frau Mathilda ihn betrügt. Um Abstand zu gewinnen, besteigt er das erstbeste Flugzeug… und kommt in Tokio an. Dort fallen ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashõ in die Hand und er macht sich auf diese in dem Buch beschriebene Pilgerreise, um den Mond über den Kieferninseln zu sehen. Aber vor seiner Abreise trifft er den Studenten Yosa, der mit einer anderen Reiselektüre unterwegs ist, dem Complete Manual of Suicide

Lassen Sie sich entführen in die Welt der fernöstlichen Landschaft, ihrer Naturbeschreibung und der darin geschilderten Anziehungskraft und Genauigkeit. Nicht nur in diesem Roman ist das Verhältnis von Natur und Geist für Marion Poschmann ein ureigenes Thema; ob und wie dabei Geistererscheinungen ihre literarische Existenzberechtigung behalten, können die Leser und Leserinnen wohl eher erahnen als klar entscheiden. Das (auch ironische) Vergnügen an dieser Lektüre entsteht aber sicher auch durch den Reiz einer Literatur, in der das Unsichtbare präsent bleibt.

In dem 2012 erschienen Roman: Die Sonnenposition steht der rundliche Rheinländer Altfried Janich im Mittelpunkt, der nach der Wiedervereinigung eine Stelle im »Ostschloss«, einem alten Barockbau, der neuerdings eine psychiatrische Anstalt beherbergt, findet. Hier hält er es für seine Aufgabe, seinen Patienten gegenüber die Sonnenposition einzunehmen, ihnen eine Orientierung zu geben. Als sein Freund Odilo durch einen rätselhaften Autounfall zu Tode kommt, gerät er selbst auf die Nachtseite der Dinge. Patienten rücken ihm zu nahe, Erinnerungen bedrängen ihn, seine Familiengeschichte holt ihn ein. Alle Geschichten seines Lebens scheinen hier zu enden, und bald stellt sich die Gewissheit ein, dass er aus dem Schloss nicht mehr wegkommen wird.

Ein Roman über die Macht der Zeit, über Erinnerung und zeitlose Verbundenheit. Ein Roman über fragile Identitäten, über den schönen Schein und die Suche nach dem inneren Licht – funkelnd, glasklar und von subtiler Spannung.

Marion Poschmann, 1969 in Essen (Ruhr) geboren, studierte Germanistik und Slawistik und lebt heute in Berlin. Für ihre Prosa und Lyrik wurde sie vielfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt sie den Berliner-Literatur-Preis, den Düsseldorfer Literaturpreis, den Peter-Huchel-Preis und den Ernst-Meister-Preis für Lyrik. Sie ist auch die erst Preisträgerin des deutschen Preises für Naturdichtung (2016), ordentliches Mitglied der Mainzer Akademie für Wissenschaften und Künste und hält in diesem Herbst die Zürcher Poetikvorlesungen.

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