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Oberstufen-Theater-AG “Frühlings Erwachen”

Das Theaterstück “Frühlings Erwachen” von Frank Wedekind wird von der Oberstufen-Theater-AG, am Mittwoch, dem 03. und Donnerstag, dem 04. April 2019, jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der DSG aufgeführt.

Von Baumgeistern der griechischen Mythologie und Tingl-Tangl

Theater-AG übt Stück in Blonay ein – eine Sprache, wie aus der Zeit gefallen!

Das Theaterstück “Frühlings Erwachen” von Frank Wedekind wird von der Oberstufen-Theater-AG am 03./04. April 2019, um 19.30 Uhr in der Aula der DSG aufgeführt

Was klingt – wie eine asiatische Kampfansage – ist doch nur eine Aufwärmübung: “Hi-ha-ho” – schallt es laut durch den Saal im Gebäudekomplex der “Fondation Hindemith” in Blonay. Zu den verbalen Schlägen gibt es Übungen. Arme gilt es zu bewegen – in einer bestimmten Formation. Geht nicht so leicht. Fordert Konzentration. Und weiter: “Bewegt euch im Raum”, ist Clea Eden zu hören. “Seht euch in die Augen. Nehmt euch wahr.” Immer ein bisschen länger – als es eigentlich angenehm ist. Dann wird gelaufen. Kreuz und quer. “Ihr wisst, laufen geht auch schneller”, ruft Clea Eden amüsiert. Dann ist sie weg. Mittendrin im Geschehen. Schneller laufend als die anderen.

Vier Tage lang – von morgens nach dem Frühstück bis abends gegen 22 Uhr – standen die 14 Schüler der Oberstufen-Theater-AG der DSG auf der fiktiven Bühne in einem Nebengebäude des herrschaftlichen Hauses der Hindemith Fondation in Blonay – nicht weit von Vevey gelegen. Dabei galt es nicht nur, textsicher zu werden, sondern in erster Linie das komplexe Stück szenisch für die Bühne vorzubereiten. Frank Wedekinds “Frühlings Erwachen”, steht auf dem diesjährigen Spielplan der Theater-AG, unter der Leitung von Clea Eden. Und das Stück hat es fürwahr in sich.

Allein die Szenen, in der es scheinbar “einfach” nur gilt, einen Brief zu schreiben oder verwirrt über Geschehenes zu sein, werden zig mal gelesen, analysiert, sprachlich aufgearbeitet. Passagen werden gestrichen – oder doch nicht. Dann geht es an die Charaktere. Was ist das für eine Figur, die es zu spielen gilt? Wie sieht sie aus? Gestik? Mimik? Fragen über Fragen.

Während im Bühnenbereich kräftig gewerkelt wird, sitzen zahlreiche Schüler im großzügigen Garten – alleine oder in Gruppen – und lernen ihre Texte. Immer und immer wieder sind gleiche Passagen zu hören. Und noch einmal. Direktor Sonnenstich: “Der Selbstmord als der denkbar bedenklichste Verstoß gegen die sittliche Weltordnung ist der denkbar bedenklichste Beweis für die sittliche Weltordnung…” und so weiter, und so weiter. Komplizierter, verwirrender geht es kaum.

Dryade, Tingl-Tangl, Säulenheilige, Nebuchod Nochor – und wie passt die Relegation da rein? Ein Text, wie aus dem Vorvorgestern gefallen. Und gerade das macht das Stück so interessant. Adaptiert wurde alles in eine Nicht-Zeit, weil das Stück – damals wie heute – nichts an Aktualität eingebüßt hat. Die Probleme der Heranwachsenden sind geblieben. Die der Eltern auch. Die Jugendlichen rebellieren noch immer, lehnen sich gegen ihre Eltern auf, versuchen zurecht zu kommen, mit dem Erwachsen werden, mit dem Aufkommen der Gefühle und den Regungen. Die Eltern hingegen, versuchen zu schützen, da zu sein – oder manchmal auch einfach nur die moralische Keule zu schwingen.

Dann – plötzlich, mitten im Spiel – der erlösende Gong. Der nämlich erklingt jeweils fünf Minuten vor dem Essen. Pause. Wohlverdient. Aber nur kurz. Dann heißt es wieder: Bühne frei.

Geprobt wird noch bis Mittwoch, 3. April, 19.30 Uhr. Dann geht der Vorhang der DSG-Bühne in der Aula auf.
Ein zweites Mal am Donnerstag, 4. April, ebenfalls 19.30 Uhr.

Erwachsene zahlen 10 CHF – Schüler die Hälfte.

Karten zu beiden Vorstellungen sind ab sofort in den Pausen erhältlich.
Außerdem können auch Karten an der Abendkasse erworben werden.

 

Nahezu täglich 12 Stunden auf der Bühne: Die vier Tage in Blonay waren anstrengend – aber auch überaus kreativ. Die 14 AG-Teilnehmer waren angehalten, ihre eigenen Ideen in das Stück einfließen zu lassen. Herausgekommen ist ein rasantes Bühnenspiel, was dem Original nicht mehr in allen Szenen gleicht.

 


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