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Pädagogische Leitideen und Grundsätze

 

Im Fokus unserer pädagogischen Arbeit steht das Kind, das wir auf drei unterscheidbaren Ebenen, die untrennbar miteinander verbunden sind, betrachten:


Das Kind im Mittelpunkt

Das Kind als Person: Jedes Kind soll in seiner Kreativität gefördert werden, es soll mit allen Sinnen lernen dürfen, seine Selbstständigkeit und sein Selbstbewusstsein gestärkt werden, es soll lernen, problemlösend zu denken, das Lernen lernen, Kritik- und Entscheidungsfähigkeit erlangen.

Das Kind als Mitglied der Schulgemeinschaft: Jedes Kind soll soziale Kompetenzen erwerben, seine Kommunikationsfähigkeit ausbauen, Verantwortung für sich und andere übernehmen, im Team arbeiten lernen, Toleranz und Respekt sehen und selbst leben, mitbestimmen, Regeln akzeptieren und sich angenommen und aufgehoben fühlen.

Das Kind als Teil der Gesellschaft: Jedes Kind soll die Integration in die Klassen- und Schulgemeinschaft und in das Genfer Umfeld erfahren, Medienkompetenz erwerben, Gelerntes auf die Lebenswelt übertragen, Erfahrenes aus der Lebenswelt in die Schule bringen und es soll in guter Atmosphäre neue Sprachen lernen.


Individuelles und kreatives Lernen

Kinder sind kreativ und lernen nicht in „Fächern“, sondern ganzheitlich, kreativ und mit allen Sinnen. Darum werden die Kinder unserer Schule nicht nur im Kunstunterricht dazu angeregt, in verschiedenen Bereichen kreativ zu denken und zu handeln und ihre Sinne zu nutzen. Auch im täglichen Unterrichtsbetrieb werden den Kindern verschiedene Aufträge zu den jeweiligen Klassenthemen angeboten, die sie eigenständig, handelnd und kreativ bearbeiten können. So „begreifen“ Kinder im wahrsten Sinne des Wortes den zu lernenden Gegenstand.
Die Fähigkeiten und Neigungen jedes Kindes bieten den Ausgangspunkt für die Planung der verschiedenen Unterrichtsreihen und Projekte. Hier steht das Kind als Persönlichkeit im Mittelpunkt des Unterrichts, den es aktiv mit gestaltet.


Offenes, differenziertes und fächerübergreifendes Arbeiten

Viele der im Unterricht behandelten Themenbereiche beziehen sich nicht auf ein Unterrichtsfach, sondern verbinden mehrere Fächer miteinander. Diese Themen werden durch das „Selbst-Machen“ zu einem echten Interesse und zu einem echten Verstehen der behandelten Inhalte geführt.
Da dieser Anspruch durch herkömmlichen Frontalunterricht, in dem alle Kinder zur gleichen Zeit das Gleiche tun, nicht erreicht werden kann, wird dies oft durch eine der so genannten „offenen Unterrichtsformen“ wie Werkstattunterricht, Projektunterricht, Lernen an Stationen oder Angebote im Wochenplan umgesetzt. Diese Unterrichtsformen ermöglichen jedem Kind, in seinem Tempo und entsprechend seiner Fähigkeiten und Neigungen erfolgreich zu arbeiten, ohne dass der Leistungsanspruch zurück genommen werden muss.
Es gehört also zu unserem pädagogischen Programm, gemeinsam mit den Kindern „am Thema“ zu lernen, also einem Thema von verschiedenen Richtungen zu begegnen – sei es mathematisch, schriftlich, literarisch, künstlerisch, musikalisch oder sportlich und so die grundlegenden Fertigkeiten Schreiben, Lesen und Rechnen neben den musischen Fähigkeiten in sinnvollen Zusammenhängen zu lernen.


Ausgewogenes Verhältnis der verschiedenen Sozialformen

Die oben beschriebenen offenen Unterrichtsformen beinhalten immer Angebote, die zur Einzelarbeit und somit zur Förderung des selbstständigen Arbeitens und der Konzentration anregen.
Viele Angebote beinhalten aber auch den Auftrag, zu zweit oder in der Kleingruppe zu arbeiten, um Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit zu fördern. Neben dem offenen Unterricht gibt es natürlich auch an unserer Schule täglich Phasen des Frontalunterrichts, in dem die Lehrperson neue Themen einführt, Übungsmethoden erklärt usw.
In allen Klassen gibt es zudem regelmäßige Treffen im Sitzkreis, um Arbeitsphasen und Aktivitäten zu besprechen, den Wochenverlauf zu planen oder Probleme und Sorgen zu äußern und zu reflektieren.


Schule als Lebensraum

Die Klassenräume sind mit verschiedenen Arbeitsergebnissen, Lesewänden, Plakaten und Fotos geschmückt, die Wände der Flure und die Fenster sind jahreszeitlich dekoriert und jedes Kind findet hier und da ein Stück von sich selbst wieder. Dies trägt zum Wohlbefinden und somit zu einer von Anerkennung geprägten Lernatmosphäre bei, die für erfolgreiches Lernen unabdingbar ist.
Die Sitzordnung in den Klassen wird sowohl aufgrund individueller Vorlieben der Kinder als auch im Hinblick auf die Umsetzbarkeit der jeweiligen Sozialformen und Unterrichtsmethoden geplant. Sie wird immer flexibel gehandhabt, ist nach Bedarf veränderbar und hat – im Gegensatz zu früheren Klassenräumen – das Kind und nicht die Lehrperson als Mittelpunkt.


Individuelle Lernwege

Kinder lernen ganzheitlich und mit allen Sinnen, indem sie in Verbindung mit Lernaufträgen bauen, experimentieren, sammeln, ordnen, gestalten etc. Im Anschluss an ihr Tun folgt immer eine Reflexion, in der schriftlich oder mündlich das „Gemachte“ auf eine kognitive Ebene übertragen wird. Hier verbalisieren oder schreiben die Kinder, was sie gelernt und wie sie gedacht haben oder sie wenden das Gelernte in anderem Zusammenhang an. In „Lerntagebüchern“ schreiben die Kinder auf individuelle Art und Weise ihre Sicht der Dinge auf, sie wählen aus verschiedenen Übungsangeboten das aus, das ihrer Art zu Lernen entspricht und sie erklären, auf welchem Weg sie eine schwierige Rechenaufgabe gelöst haben.


Präsentation der Arbeitsergebnisse

Die Präsentation von Arbeiten der Kinder bildet einen festen Bestandteil des pädagogischen Alltags an unserer Schule. Sie sind zugleich Motivation und Antrieb für sorgfältiges Arbeiten als auch eine Hilfe zur Stärkung des Selbstvertrauens der Kinder. Sie lernen an unserer Schule, Arbeiten anderer Kinder anzuerkennen, gemeinsam Präsentationen vorzubereiten und Mitverantwortung für das Schulleben zu übernehmen. Solche Präsentationen können ganz kleine sein, z.B. das Vorlesen eines selbst geschriebenen Textes oder ganz groß wie die Theateraufführungen.


Lernen mit allen Sinnen

Zum jeweiligen Klassenthema werden immer auch Angebote gemacht, die die verschiedenen Sinne ansprechen. Hierdurch erfahren Kinder am eigenen Körper mit den Händen, mit der Nase, den Ohren und dem Geschmackssinn verschiedene Zusammenhänge.


Schulleben

Um all diese Ziele erreichen zu können, brauchen Kinder, Eltern und Lehrpersonen ein offenes und lebendiges Schulleben, das geprägt ist von gemeinsamen Unternehmungen (z.B. Schulausflüge, Theaterbesuche in Genf, Winter- und Sommersporttag, Klassenfahrt der Klasse 4), Aktivitäten (z.B. Projekte: Ritter und Burgen, Märchen, Müllvermeidung) Einrichtungen (z.B. Austausch mit Genfer Grundschulen, Bibliothek in Vernier) und Traditionen (Z.B. Escaladelauf und –feier, Laternenumzug, Nikolausbesuch).
Das Teilnehmen und Mitwirken der Eltern am Schulleben ist wichtig. Eltern und Gäste sind in der Schule herzlich willkommen.


Pausenkonzept

Nicht nur der Unterricht und außerunterrichtliche Aktivitäten sind Bestandteil unseres Schultages. Besonders wichtig ist für die Kinder die Pausenzeit, da sie hier nicht nur ihr gesundes Pausenbrot zu sich nehmen, sondern auch Kontakte pflegen, spielen und sich ausruhen können. Um für alle Mitglieder der Schule die Pause abwechslungsreich, erholsam und stressfrei gestalten zu können, hat das Kollegium der Grundschule ein auf die Schule zugeschnittenes Konzept erarbeitet. Es gelten die folgenden Regeln: „Ich tue keinem weh.“, „Ich gebe anderen die Chance mitzuspielen.“, „Ich beachte die verschiedenen Pausenbereiche.“

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